Tumormortalität in Europa

Krebssterblichkeit in Europa: Grund zu vorsichtigem Optimismus

Altersstandardisierte Mortalitätsraten für ausgewählte Tumorentitäten (nach Malvezzi M. et al., Ann Oncol. 2011).
Tumormortalität in Europa
Alters­stan­dar­di­sier­te Mor­ta­li­täts­ra­ten für aus­ge­wähl­te Tumo­ren­ti­tä­ten (nach Mal­vez­zi M. et al., Ann Oncol. 2011)

Wie in einer gera­de in Annals of Onco­lo­gy ver­öf­fent­lich­ten Stu­die berich­tet wird, konn­te in Euro­pa seit den 1980ern ein deut­li­cher Rück­gang in den Krebs­to­des­ra­ten beob­ach­tet wer­den1.

Die­se Ver­bes­se­run­gen bei den Ster­be­ra­ten für Krebs­er­kran­kun­gen wer­den sich, so pro­phe­zei­en die Autoren, auch in 2011 wei­ter fort­set­zen; wobei laut der Stu­die die größ­ten Fort­schrit­te in Deutsch­land zu erwar­ten sind. Die ita­lie­ni­schen Epi­de­mio­lo­gen haben für ihre Unter­su­chung die aktu­ells­ten Daten der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) sta­tis­tisch aus­ge­wer­tet. Sie ergän­zen damit ihre bereits im letz­ten Jahr vor­ge­stell­ten Ana­ly­sen2.

Die For­scher konn­ten ins­ge­samt einen Rück­gang der Krebs­sterb­lich­keit um ca. 8–9% pro Jahr­zehnt fest­stel­len. Gera­de bei den Krebs­er­kran­kun­gen, die für die meis­ten Todes­fäl­le ver­ant­wort­lich sind (Lun­gen­krebs bei den Män­nern, Brust­krebs bei den Frau­en) konn­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren erfreu­li­che Ver­bes­se­run­gen erzielt wer­den. Auch für die übri­gen unter­such­ten Krebs­ar­ten erga­ben sich meist rück­läu­fi­ge Raten oder zumin­dest sta­bi­le Ver­hält­nis­se. Ein sehr opti­mis­ti­sches Bild ergibt sich zum Bei­spiel für Magen­krebs, bei dem seit den 1960er Jah­ren eine kon­ti­nu­ier­li­che Abnah­me der Todes­fäl­le zu beob­ach­ten ist. Eben­so konn­ten die Ergeb­nis­se für Darm‑, Blut- und Pro­sta­ta­krebs seit Jah­ren ver­bes­sert wer­den. Unrühm­li­che Aus­nah­me bil­det das Lun­gen­kar­zi­nom bei Frau­en: vor allem durch den zuneh­men­den Niko­tin­kon­sum jun­ger Frau­en kam es hier in den letz­ten Jah­ren zu einem deut­li­chen Anstieg der Lun­gen­krebs­fäl­le3.

Quellen und Anmerkungen:

  1. Mal­vez­zi, M., Arfe, A., Ber­tuc­cio, P., Levi, F., La Vec­chia, C., & Negri, E. (2011). Euro­pean can­cer mor­ta­li­ty pre­dic­tions for the year 2011 Annals of Onco­lo­gy, 22 (4), 947–956 DOI: 10.1093/annonc/mdq774
  2. La Vec­chia C, Boset­ti C, Luc­chi­ni F, Ber­tuc­cio P, Negri E, Boyle P, & Levi F (2010). Can­cer mor­ta­li­ty in Euro­pe, 2000–2004, and an over­view of trends sin­ce 1975. Annals of onco­lo­gy : offi­ci­al jour­nal of the Euro­pean Socie­ty for Medi­cal Onco­lo­gy / ESMO, 21 (6), 1323–60 PMID: 19948741
  3. Boset­ti, C. (2005). Lung can­cer mor­ta­li­ty in Euro­pean women: recent trends and per­spec­ti­ves Annals of Onco­lo­gy, 16 (10), 1597–1604 DOI: 10.1093/annonc/mdi313

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