Durch mein kleines Smart‑Teleskop habe ich die Freude an der Astrofotografie wiederentdeckt. Deshalb habe ich beschlossen, noch Mal in ein modernes, auf Astrofotografie ausgelegtes Setup zu investieren und damit richtig durchzustarten.
Als erstes wollte ich eine dedizierte, gekühlte Astrokamera einsetzen. Meine Wahl fiel auf die ZWO ASI585MC Pro, die denselben Sensor wie das Seestar S30 verwendet. Die Kamera liegt preislich im unteren Segment der gekühlten Modelle, liefert aber trotzdem eine überzeugende Leistung. Erst im Nachhinein wurde mir klar: Der vergleichsweise kleine Sensor führt zu einem hohen Crop‑Faktor—vereinfacht gesagt: die Kamera vergrößert stark, sodass der Bildausschnitt bei meinen bisherigen Teleskopen oft zu klein ist und viele „klassische“ Deep‑Sky‑Objekte nicht komplett aufs Bild passen.
Nach mehreren Wochen Recherche und trotz begrenztem Budget habe ich mich daher entschieden, meinen Teleskop‑Fuhrpark zu erweitern und einen guten Wide‑Field‑Astrographen anzuschaffen. Dabei handelt es sich um ein kleines, apochromatisches Linsenteleskop mit kurzer Brennweite, aber optisch korrigiertem Bildfeld. Die Wahl fiel auf das ToupTek Hope D60—das erste Teleskop einer Marke, die sonst vor allem für sehr gute und preiswerte Kameras und Zubehör bekannt ist. Technische Daten und YouTube‑Reviews wirkten vielversprechend, also habe ich das Teleskop direkt aus China bestellt. Ergänzend habe ich einen Autofokuser von ZWO mitbestellt.
Für das Guiding—die kontinuierliche Korrektur der Nachführung—setze ich eine ZWO ASI120 Monochrom‑Kamera an einem zweiten, einfacher aufgebautem Teleskop ein. Gesteuert wird das System vom ASIAIR Mini, einem portablen Steuerrechner, den man bequem per Smartphone‑App bedient.
Derzeit ist die Ausrüstung noch auf meiner alten Celestron CGEM montiert. Diese Montierung arbeitet mit einem bewährten, präzisen Schneckengetriebe, ist aber sehr schwer. Für die Zukunft plane ich deshalb den Wechsel zu einer leichteren, transportableren Montierung mit Strain‑Wave‑Getriebe (häufig Harmonic‑Drive‑Mount genannt). Solche Montierungen sind meist deutlich leichter und kommen oft ohne großes Gegengewicht aus. So soll die komplett montierte Ausrüstung künftig nur noch etwa 15 Kilogramm wiegen—deutlich rückenschonender beim Transport.
