Eine aktuell im Fachblatt »Annals of Oncology« vorgestellte Studie konnte gut belegen, dass oral eingenommenes Cannabis (THC:CBD) in Ergänzung zur üblichen antiemetischen Therapie sehr gut gegen chemotherapie-induzierte Übelkeit helfen kann. Fast alle der Probanden in der placebo-kontrollierten, randomisierten und verblindeten Studie hatten zwar die typischen Cannabis-Nebenwirkungen, bevorzugten diese Therapie jedoch gegenüber Placebo.

An der aktuell von Grimison et. al. vorgestellten Studie mit Chrossover-Design nahmen insgesamt 81 Patienten mit refraktärer, chemotherapie-induzierter Übelkeit teil [1]. Die Patienten wurden zufällig einem der Studienarme zugeteilt, in der sie neben der leitliniengerechten antiemetischen Therapie entweder bis zu vier Kapseln eines THC:CBD Präparates (pro Kapsel THC 2.5 mg/CBD 2.5 mg) oder die selbe Menge Placebo zu sich nahmen. Nach der Hälfte der Studiendauer wurden die Gruppen dann gewechselt, die Pat. mit Placebo erhielten dann ebenfalls THC:CBD, die bislang mit Präparat behandelten Patienten stattdessen Placebo.
Zusammenfassend war die Behandlung mit THC:CBD deutlich effektiver, als die Standard-Antiemese alleine. Zwar litten 31% der Patienten unter sogar teils schweren Nebenwirkungen wie Benommenheit und Schwindel, jedoch gaben insgesamt 83% der Studienteilnehmer an, trotzdem die Behandlung mit THC:CBD der Placebo-Therapie zu bevorzugen.
Literatur und Quellen
- 1.Grimison P, Mersiades A, Kirby A et al (2020) Oral THC:CBD cannabis extract for refractory chemotherapy-induced nausea and vomiting: a randomised, placebo-controlled, phase II crossover trial. Annals of Oncology. https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.07.020