Mikroskopiebild der AML

Akute Myeloische Leukämie

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Mikroskopiebild der AML

Die aku­te mye­loi­sche Leuk­ämie (AML) ist eine bös­ar­ti­ge Erkran­kung des blut­bil­den­den Sys­tems. Bei der AML kommt es im Kno­chen­mark zu einer star­ken Ver­meh­rung unrei­fer mye­loi­scher Vor­läu­fer­zel­len, wel­che nor­ma­ler Wei­se für die Bil­dung von wei­ßen Blut­kör­per­chen ver­ant­wort­lich sind. In den meis­ten Fäl­len sind die­se so genann­ten Blas­ten auch im Blut zu fin­den, manch­mal fehlt die­se Aus­schwem­mung jedoch und der Pati­ent hat sogar zu weni­ge wei­ße Blut­kör­per­chen im Blut.

Tre­ten die Blas­ten in gro­ßer Zahl im Blut auf, kann man im Pro­ben­röhr­chen mit blo­ßem Auge eine dicke, wei­ße Schicht erken­nen, was Rudolf Virch­ow schon im Jah­re 1845 dazu ver­an­lass­te, die­ser Erkran­kung den Namen Leuk­ämie (=„wei­ßes Blut“) zu geben.

Blutröhrchen eines CML-Patienten
Extre­mes Bei­spiel einer Leuk­ämie (CML).

Häufigkeit

Mit etwa drei bis vier Neu­erkran­kun­gen pro 100.000 Ein­woh­ner ist die aku­te mye­loi­sche Leuk­ämie ins­ge­samt betrach­tet eher sel­ten; sie macht cir­ca drei Pro­zent der bös­ar­ti­gen Erkran­kun­gen bei Erwach­sen aus. Typi­scher Wei­se ist sie eine Krank­heit des mitt­le­ren und höhe­ren Lebens­al­ters – wäh­rend sie bei Kin­dern und jun­gen Erwach­se­nen nur sel­ten vor­kommt, nimmt ihre Häu­fig­keit cir­ca ab dem 50. Lebens­jahr stark zu. Das mitt­le­re Erkran­kungs­al­ter liegt bei 60 Jahren.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursa­chen, wel­che zur Ent­ste­hung einer Leuk­ämie füh­ren, sind kom­plex und noch lan­ge nicht aus­rei­chend ver­stan­den. Ein­flüs­se aus der Umge­bung, schä­di­gen­de Stof­fe wie Ben­zole, Virus­in­fek­tio­nen, Medi­ka­men­te, gene­ti­sche Prä­dis­po­si­tio­nen sind Fak­to­ren, die hier zusam­men wir­ken.
In den ver­gan­ge­nen Jah­ren wur­den Ver­än­de­run­gen im Erb­gut der erkrank­ten Zel­len ent­deckt, wel­che letzt­end­lich zu einer Stö­rung in der nor­ma­len Aus­rei­fung der Zel­len füh­ren. Auf­grund ihrer gene­ti­schen Merk­ma­le wer­den die teil­wei­se sehr ver­schie­de­nen For­men der Erkran­kung in drei Risi­ko­grup­pen zusam­men­ge­fasst, um geeig­ne­te The­ra­pie­for­men aus­zu­wäh­len1.

Verlauf und Symptome

Häu­fig besteht bis zur end­gül­ti­gen Dia­gno­se­stel­lung nur eine kur­ze Kran­ken­ge­schich­te von weni­gen Wochen bis Mona­ten. Der Krank­heits­be­ginn ist eher schlei­chend und wird beglei­tet durch uncha­rak­te­ris­ti­sche Beschwer­den. Im Kno­chen­mark ver­drän­gen wäh­rend die­ser Zeit die nicht funk­ti­ons­tüch­ti­gen Blas­ten nach und nach die gesun­den Zel­len – die Bil­dung der roten und wei­ßen Blut­kör­per­chen, sowie der Blut­plätt­chen wird dadurch beein­träch­tigt, so dass mit der Zeit die nor­ma­len Funk­tio­nen des Blu­tes nicht mehr auf­recht­erhal­ten wer­den kön­nen.
Dies führt letzt­end­lich zu den Sym­pto­men der Erkran­kung – durch die gestör­te Immun­ab­wehr kommt es zu Infek­tio­nen, die immer wie­der­keh­ren kön­nen. Die Abnah­me der Blut­plätt­chen führt zum häu­fi­ge­ren Auf­tre­ten von Blu­tungs­kom­pli­ka­tio­nen wie Zahn­fleisch­blu­ten, Nasen­blu­ten oder blau­en Fle­cken. Eine Ver­rin­ge­rung der roten Blut­kör­per­chen (Blut­ar­mut, Anämie) geht ein­her mit Abge­schla­gen­heit, Erschöp­fung und Bläs­se. Zusätz­lich kön­nen Knochen- und Bauch­schmer­zen, Fie­ber, Nei­gung zu ver­mehr­tem Schwit­zen – beson­ders in der Nacht – und Gewichts­ver­lust die Erkran­kung beglei­ten. Unbe­han­delt schrei­tet die Krank­heit schnell vor­an und führt inner­halb weni­ger Wochen zum Tode, daher soll­te nach Dia­gno­se­stel­lung umghend mit einer The­ra­pie begon­nen werden.

Therapie

Die The­ra­pie­mög­lich­kei­ten der AML haben sich in den letz­ten Jah­ren deut­lich gebes­sert, so dass man inzwi­schen von einer rea­lis­ti­schen Hei­lungs­chan­ce aus­ge­hen kann. Alle Pati­en­ten soll­ten mög­lichst im Rah­men von kli­ni­schen Stu­di­en the­ra­piert wer­den, um stän­dig die best­mög­li­che Behand­lung zu garan­tie­ren. Grund­la­ge einer jeden Behand­lung bil­det eine inten­si­ve Che­mo­the­ra­pie, wel­che sich in so genann­ten The­ra­pie­zy­klen oder The­ra­pie­blö­cken gliedert.

Nach der Dia­gno­se­stel­lung soll­te rasch mit der so genann­ten Induk­ti­ons­che­mo­the­ra­pie begon­nen wer­den. Das Ziel hier­bei ist es, die Erkran­kung so weit zurück­zu­drän­gen, so dass mit her­kömm­li­chen Metho­den mög­lichst kei­ne bös­ar­ti­gen Zel­len mehr im Blut und Kno­chen­mark nach­weis­bar sind. Um den The­ra­pie­er­folg lang­fris­tig sichern zu kön­nen, schlie­ßen sich dann aber noch meh­re­re Zyklen einer so genann­ten Kon­so­li­da­ti­ons­che­mo­the­ra­pie an. In man­chen Fäl­len sind Risi­ko­fak­to­ren vor­han­den, die eine hoch­do­sier­te Che­mo­the­ra­pie mit anschlie­ßen­der Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on not­wen­dig machen.

Die andau­ern­de Wei­ter­ent­wick­lung auf die­sem Gebiet, sowie die Erfor­schung geziel­ter Krebs­the­ra­pien tra­gen dazu bei, den The­ra­pie­er­folg bestän­dig zu ver­bes­sern. Schon heu­te errei­chen Pati­en­ten mit neu auf­ge­tre­te­ner AML in bis zu 80% der Fäl­le nach der Induk­ti­ons­che­mo­the­ra­pie eine kom­plet­te Remis­si­on. Bei ca. 50–60% hält die­se Remis­si­on über meh­re­re Jah­re lan­ge an; der Groß­teil hier­von kann danach sogar als kom­plett geheilt gel­ten. Wird eine Stamm­zell­trans­plan­ta­ti­on (von einem Fami­li­en­spen­der) durch­ge­führt, so wird in ers­ter Remis­si­on cir­ca 50% der Pati­en­ten ein krank­heits­frei­es Über­le­ben ermöglicht.

Weitere Informationen:

Quellen und Anmerkungen:

  1. Bul­lin­ger L et al: „Use of gene-expression pro­fil­ing to iden­ti­fy pro­gno­stic sub­clas­ses in adult acu­te mye­lo­id leuk­emia“. N Engl J Med (2004) 350: s. 1605–1616

4 Kommentare

  1. Hal­lo,
    bin 22 Jah­re alt und bei mir wur­de vor einem Jahr AML fest­ge­stellt. Hat­te zuerst 4 Che­mos die aber die Plas­ten nicht voll­stän­dig ver­nich­te­te. Die Ärtzte rie­ten mir zu einer Trans­plan­ta­ti­on. Lei­der wur­de in mei­ner Fam. kein pas­sen­der Spen­der gefun­den. 2 Mona­te dan­nach hat­te ich gleich 2 Spen­der die zu 100% pass­ten. Ich war 6 wochen in Qua­ran­tä­ne als ich die Trans­plan­ta­ti­on erhielt. 2 Mona­te dan­nach hat­te ich eine leich­te GvH (graft ver­sus host) der sich mit Juck­reiz äußer­te, die­se beka­men wir aber leicht in den griff. Heu­te 6 Mona­te nach Trans­plan­ta­ti­on sind alle Plass­ten weg und es geht mir sehr sehr gut. Im komen­den Monat wer­de ich gark­ei­ne Tap­le­ten mehr neh­men müs­sen. Ich kann schon wie­der Arbei­ten gehen und füh­re wie­der ein schö­nes Leben!
    An alle geht bit­te Spen­den, es tut nicht weh und ret­tet Leben!
    mfg aus Oberösterreich
    Rafael

  2. Hal­lo
    Mein Part­ner hat Leuk­ämie Trans­plan­ta­ti­on war zuerst erfolg­reich naxh 5 Mona­ten stellt sich die Leuk­ämie wie­der ein
    er hat eine GVHD blaue Fle­cken und 40 kg abgenommen
    nun soll wie­der mit einer leich­ten Che­mo ange­fan­gen werden
    es gibt ein klei­nes Pünkt­chen Hoffnung
    hat jemand Erfah­rung damit gemacht
    ich habe schreck­li­che Angst mei­nen Part­ner zu verlieren
    Bit­te um Antworten

    Gruss Mari­ta

  3. Hat­te im Janu­ar 2009 zum ers­ten Mal Leuk­ämie. 4 Che­mos. Im Juni 2010 wur­de wie­der Leuk­ämie fest­ge­stellt. Nächs­te Che­mo. Ich soll­te dann eine Trans­plan­ta­ti­on bekom­men. Wegen Fremd­spen­der Ster­be­ri­si­ko über 30 %. War schon in der Trans­plan­ta­ti­on­kli­nik. Habe aber dann doch abge­lehnt. Bin schon 60. Könn­te mit den Kon­se­quen­zen, d.h. Ein­schrän­kun­gen mei­nes Lebens und mein Leben lang schwers­te Medi­ka­men­te, nicht leben. Hat­te jetzt die nächs­te Che­mo. Zur Zeit ist mein Blut OK. Die nächs­te Che­mo ist im Janu­ar. Hab zwar kei­ne Haa­re mehr, füh­le mich aber gut. Jeder muss sich selbst über­le­gen, ob er das Risi­ko und die Kon­se­quen­zen einer Trans­plan­ta­ti­on ein­ge­hen will. Jeder muss ster­ben. Wenn es vor­bei sein soll, dann ist es eben so.

    Gruß an alle 

    Nor­bert W.

  4. Mei­ne Frau ist seit 23.3.10 in der xxxx in Behand­lung woll­te mir Kennt­nis­se einholen.Danke.
    P.S. war vor­hin schon mal im Pro­gramm hat­te zu früh abgeschaltet.
    [Anm. von MS: Bei­trag wur­de von mir anonymisiert]

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