Nach einem umständehalber mehrjährigen hühnerlosen Intermezzo heißt es bei uns nun endlich: „Wir gackern wieder!“ Und zwar laut, bunt und mit ganzem Herzen! Seit letztem Jahr sind wir stolze (und ein bisschen verrückte) Hühnerhalter – reloaded. Und wer glaubt, das wäre ein beschauliches Hobby für Leute mit Strohhut und zu viel Freizeit, der hat vermutlich noch nie versucht, gleichzeitig einen Hühnerstall zu bauen, Hühner zu züchten und dabei nicht den Verstand zu verlieren.
Projekt „Silverrudds Blå“ – eine Zucht mit Überraschungen
Unser ehrgeiziges Ziel im letzten Jahr war es, eine besondere Rasse zu züchten: die Silverrudds Blå. Diese schwedische Hühnerrasse ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch ein Legewunder. Die Hennen legen bis zu 250 grünliche bis olivfarbene Eier im Jahr. Außerdem gelten die Tiere als robust, freundlich und sogar ein bisschen edel – ein Hauch Skandinavien für den Hühnerhof.
Nur leider hatte das Schicksal offenbar beschlossen, unsere Silverrudds-Zucht mit einem Augenzwinkern zu sabotieren: Aus zehn mühsam besorgten Zuchteiern eines anerkannten Silverrudds Bla Züchters haben wir – Trommelwirbel – genau eine Henne erhalten. Der Rest krähte. Wir hätten also locker eine Boyband gründen können, aber keine Zuchtlinie. Leider mussten die meisten der Hähne dann auch in den Kochtopf wandern – ja, auch das gehört zum Züchterdasein dazu!
Die bunte Hühnerschar wächst!
Mittlerweile leben über zwanzig Hühner unterschiedlichster Rassen in unserem kleinen Federvolk. Tendenz: steigend. Unsere gefiederten Mitbewohner stammen teils von erfahrenen Züchtern aus der Umgebung, teils aus unserer eigenen Nachwuchsabteilung: Zum zweiten Jahr in Folge haben wir eine Brut aus gekauften Zuchteiern durchgezogen. Das heißt konkret: 21 Tage nervös auf die Brutmaschinen starren, gelegentlich am Thermostat drehen und hoffen, dass aus diesen Eiern etwas wird. Spoiler: Es hat geklappt! Die Küken sind geschlüpft, wuselig, flauschig und allerliebst.
In diesem Sinne: Gack, gack hurra – der Hühnersommer kann kommen!
Ein großer Palast für die gefiederten Haustiere ist seit letztem Jahr in Arbeit. Was in der Theorie noch einfach klang („Ich bau da mal schnell was Großes, Schönes, Sicheres… ich weiß ja vom letzten Mal, wie man es macht“) hat sich in der Praxis schon wieder Mal als nicht enden wollendes Heimwerker-Abenteuer entpuppt. Aber immerhin habe ich mir dieses Mal noch keinen Finger abgesägt *hüstel*.












