Das medizinische Newsportal Medscape berichtet aktuell über eine aktuelle US-amerikanische Studie, die ernst zu nehmende Hinweise darauf liefert, dass eine verbreitete Gruppe von Chemikalien, die so genannten PFAS, neben diverser anderer Gesundheitsstörungen auch für den vorzeitigen Eintritt der Menopause verantwortlich sein könnte1.

Bildautor: European Environment Agency (original image), Mrmw (vectorization). Lizenz: CC-BY-SA‑2.0 Dk.
Bei per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS); handelt es sich um nicht natürlich vorkommende, industriell hergestellte chemische Verbindungen. Ihren Einsatz finden Vertreter dieser Stoffklasse (wie etwa die Perfluoroctansulfonsäure, PFOS oder Perfluoroctansäure, PFOA) bei der Imprägnierung von Textilien, Beschichtung von Kochgeschirr – Stichwort: Antihaftbeschichtung von Pfannen und Backpapier!
Weil PFAS so gut wie unzerstörbar sind, werden sie im englischen Sprachraum auch gerne »forever chemicals« genannt. Diese Chemikalien reichern sich in der Umwelt, in Lebensmitteln und letztendlich in unserem Körper an. Viele der über 40 Vertreter dieser Substanzklasse stehen unter Verdacht bzw. haben nachweislich fruchtschädigende, leber- und nierenschädigende sowie krebserregende Wirkungen.
Wie ein amerikanisches Forscherteam nun berichtete2 sind erhöhte Blutserum-Spiegel von PFAS assoziiert mit einer im Mittel zwei Jahre verfrüht einsetzenden Menopause. Der Eintritt in die vorzeitigen Wechseljahre führt wiederum zu vermehrt auftretenden gesundheitlichen Problemen und geht einher mit einer eingeschränkten Lebensqualität.
Even menopause a few years earlier than usual could have a significant impact on cardiovascular and bone health, quality of life, and overall health in general among women
Sung Kyun Park, ScD, MPH, University of Michigan School of Public Health, Ann Arbor, USA
Was Sie tun können: achten Sie beim Einkauf von Haushaltswaren und Kochgeschirr auf das Siegel „PFOA-frei“. Pfannen mit einer Antihaft-Beschichtung aus diesen Polymeren (zum Beispiel aus »Teflon«, chemisch: Polytetrafluorethen, PTFE) bitte nicht zu sehr erhitzen, da die Beschichtung sonst giftige Dämpfe freisetzt. Das Verschlucken kleiner Partikel einer zerkratzten Beschichtung wird hingegen als unproblematisch angesehen. Inzwischen gibt es übrigens auch PTFE-freie Pfannen, die zum Beispiel mit einer robusten Keramikbeschichtung versehen sind3.
Die Verwendung von PFOS wurde übrigens bereits seit 2006 vonseiten vieler nationaler Regulierungsbehörden stark eingeschränkt. Ab diesem Jahr ist für PFOA in Deutschland ein weitgehendes Verwendungsverbot vorgesehen. Dann wird es u. a. verboten sein, Erzeugnisse, die PFOA, deren Salze und Vorläuferverbindungen oberhalb eines bestimmten Grenzwertes enthalten, herzustellen und in den Verkehr zu bringen4.
Quellen und Anmerkungen:
- medscape.com: „High Serum Levels of ‚Forever Chemicals‘ Tied to Earlier Menopause“, abgerufen am 22.06.2020↑
- Ding N, Harlow SD, et al.: „Associations of Perfluoroalkyl Substances with Incident Natural Menopause: the Study of Women’s Health Across the Nation“. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2020, dgaa303. [Abstract] ↑
- Verbraucherzentrale Bayern: „Beschichtete Pfannen“, abgerufen am 22.06.2020 ↑
- Bundesinstitut für Risikobewertung: „Fragen und Antworten zu perfluorierten und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS)“, abgerufen am 22.06.2020↑