Messier 42 (Orionnebel)

Orionnebel – der Kreis schließt sich

Messier 42, Orionnebel. Luminanz + RGB + Helium alpha + Oxygen III (L-RHaGO3B). mehr Info.

Seit lan­ger Zeit habe ich mich Mal wie­der an die Bear­bei­tung eines astro­no­mi­schen Fotos gewagt. Wel­ches Motiv könn­te sich da bes­ser eig­nen, als der berühm­te Orionnebel?

Als ich vor gut zehn Jah­ren ernst­haft damit begann, mich mit der Astro­no­mie zu beschäf­ti­gen, war eines mei­ner ers­ten Ziel­ob­jek­te eben die­ser beein­dru­cken­de Emis­si­ons­ne­bel, den man bei dunk­lem Him­mel (auf dem Land) bereits mit blo­ßem Auge im Gür­tel des Stern­bil­des Ori­on erah­nen kann. Die gan­ze Far­ben­pracht offen­bart sich natür­lich nur mit foto­gra­fi­schen Lang­zeit­auf­nah­men und zum Teil Spe­zi­al­fil­tern für enge Lichtspektren.

Seit mei­nem Umzug nach Brit­zin­gen war es mir bis­her lei­der nicht mehr mög­lich, nachts nach drau­ßen zu gehen, um den Him­mel selbst abzu­lich­ten. Um aber den­noch nicht ganz aus der Übung zu kom­men, hat­te ich die­se Woche die Idee, Roh­da­ten ande­rer (Hobby-)Astronomen als Grund­la­ge für mei­ne Bild­be­ar­bei­tung zu ver­wen­den. Tat­säch­lich stel­len eini­ge Astro­no­men die­se Daten im Netz zur Ver­fü­gung, teil­wei­se mit Datei­grö­ßen von meh­re­ren Gigabyte.

Mei­ne Auf­ga­be bei der Bild­be­ar­bei­tung ist es, aus den Ein­zel­auf­nah­men vom Tele­skop ein Sum­men­bild zu errech­nen, Dar­stel­lungs­pro­ble­me wie Unschär­fen, Ver­zer­run­gen, Rau­schen, Gra­di­en­ten und Vignet­tie­rung aus­zu­glei­chen und die Far­ben der Him­mels­ob­jek­te mög­lichst ohne Ver­fäl­schun­gen und Infor­ma­ti­ons­ver­lust gut in Sze­ne zu set­zen. Dabei gilt, natür­lich, je bes­ser die Roh­da­ten sind, des­to ein­fa­cher ist mein Job. Anbei ein ers­tes Ergeb­nis die­ser ‚Fin­ger­übun­gen‘. Die ganz her­vor­ra­gen­den Roh­da­ten hier­für (ins­ge­samt ca. 800mb an Mate­ri­al) lie­fer­te Kay­ron Mer­cie­ca, ein Phy­sik­leh­rer und Astro­nom aus Gibral­tar. Nähe­re Anga­ben zur ver­wen­de­ten Auf­nah­me­tech­nik und zu den Ein­zel­bil­dern fin­den Sie auf der Medi­en­sei­te des Bil­des.

Messier 42 (Orionnebel)
Mes­sier 42: Ori­on­ne­bel. Lumi­nanz + RGB + Heli­um alpha + Oxy­gen III (L‑RHaGO3B). mehr Info

Bearbeitungsschritte

Für die Bear­bei­tung wur­den die zu Ver­fü­gung gestell­ten Sum­men­bil­der der Farb­ka­nä­le Rot, Grün und Blau gemischt und ergänzt durch Auf­nah­men, die mit­hil­fe spe­zi­el­ler Fil­ter gemacht wur­den: für Heli­um alpha (ergänzt das Farb­spek­trum rot-magenta) und Oxy­gen III (grün-cyan). Zur Ver­bes­se­rung der fei­nen Details und als Basis für die Farb­in­ten­si­tät dien­te ein hoch­wer­ti­ges so genann­tes Lumi­nanz­bild in Graustufen.

Das Pre-Processing und Stack­ing der Bil­der, sowie der Farb­aus­gleich und Anpas­sung der Inten­si­täts­kur­ven erfolg­te in Astro­Art 7. Da ich es mit sehr gutem Aus­gangs­ma­te­ri­al zu tun hat­te, war sonst nicht viel zu tun. Ledig­lich eine klei­ne Strichspur (ver­mut­lich von einem vor­bei­zie­hen­den Satel­li­ten) muss­te ich retu­schie­ren. Sicher könn­te ein Pro­fi den Hin­ter­grund noch bes­ser bear­bei­ten (z.B. dunk­ler machen) und die Ster­ne bes­ser abrun­den, aber dar­auf habe ich bis­lang ver­zich­tet. Die Bild-Nachbearbeitung und Fina­li­sie­rung, z.B. zur Ver­bes­se­rung des loka­len Kon­trasts, Ver­min­de­rung der Farb­säu­me etc. habe ich mit der Soft­ware Darktable vor­ge­nom­men. Ins­ge­samt habe ich ca. 6 Stun­den für die Fer­tig­stel­lung die­ses Bil­des benötigt.

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