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„Schaden kann’s ja nicht!“ – oder doch?!

Veröffentlicht unter dem Titel „Smelling the flowers“ bei Wikimedia Commons 2007 von Casey West (Pittsburgh, USA) unter der Lizenz CC-BY-SA2.0.

Der Wissenschaftsblogger Lars Fischer beschäftigt sich in seinem SciLogs-Blog gerade mit den Wirkungen und Nebenwirkungen von Alternativ- und Komplementärmedizin (CAM) bei Krebspatienten. Dass der Satz: „Es kann ja nicht schaden!“ nicht immer stimmt, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie.

Koreanische Wissenschaftler haben für die im Fachblatt Annals of Oncology veröffentlichte Studie[1] insgesamt 481 Patienten untersucht, die zwischen 2005 und 2006 an einer der 11 koreanischen Universitätskliniken, bzw. dem Nationalen Krebszentrum behandelt wurden.
Etwa 42% der Patienten verwendete ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung noch eine oder mehrere alternativmedizinische Methoden wie z.B. spezielle Diäten, Vitaminpillen, Homöopathie, Akupunktur oder Gebete. Hierbei zeigte sich, dass die Lebensqualität der Patienten durch die Anwendung von CAM eher ungünstig beeinflusst wurde. Die  Komplementärmedizin brachte auch keinen Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen schulmedizinischen Behandlung; statistisch betrachtet wirkte z.B. das Beten sogar lebensverkürzend auf die Patienten (aHR, 1.56; 95% CI, 1.00–2.43).
Der berühmt-berüchtigte Professor für Alternativmedizin Edzard Ernst bringt die Ergebnisse daher in seinem Blogbeitrag zum Thema plakativ auf den Punkt: „Patienten, die Alternativmedizin nutzen, sterben früher“.

Literatur & Quellen

  1. Yun YH, Lee MK et al.: Effect of complementary and alternative medicine on the survival and health-related quality of life among terminally ill cancer patients: a prospective cohort study (2012). Annals of Oncology, 24(2),  Seite 489-494 [Abstract][Volltext (HTML)] [zurück]
0 Kommentare  | 22. Apr 2013  | Alternativmedizin, Krebs, Medizin, Studie  | 11.532x gelesen
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