Hohe MN1-Expression geht einher mit schlechter Prognose bei AML!
Michael Heuser und Kollegen haben unlängst eine hohe MN1-Expression als negativen prognostischen Faktor bei akuter myeloischer Leukämie (AML) identifizieren können. Die Ergebnisse ihrer Untersuchung wurden in der aktuellen Ausgabe des Magazins ‘Blood’ publiziert[1].
Demnach geht eine erhöhte Expression des MN1-Gens mit einer Resistenz gegen einen Chemotherapie-Wirkstoff, all-trans retinoic acid (ATRA), einher. Das MN1-Gen kodiert für einen Transkriptions-Kofaktor der Retinolsäure und für eine Gruppe von Vitamin D – Rezeptoren. Ein Zusammenhang von MN1 und Tumorerkrankungen war in der Vergangenheit schon mehrfach aufgezeigt worden[2].
Heuser und Kollegen wiesen in Tierversuchen die Rolle von MN1 als Onkogen nach. So führte eine Überexpression des MN1-Gens im Knochenmark von Mäusen rasch zu einer Leukämie.
Patienten mit einer AML (ausgenommen AML-M3) und niedriger MN1-Expression wiesen einen wesentlich besseren Verlauf auf, als solche Patienten, die eine hohe MN1-Expression hatten oder Patienten, die nicht mit ATRA behandelt wurden.
- Heuser M. et al.: MN1 overexpression induces acute myeloid leukemia in mice and predicts ATRA resistance in patients with AML, Blood 2007, 110(5): Seite 1639-1647. [Abstract] [zurück]
- Lekanne Deprez RH et al.: Cloning and characterization of MN1, a gene from chromosome 22q11, which is disrupted by a balanced translocation in a meningioma. Oncogene 1995; 10:1521–1528.[Abstract]
Buijs A et al.: Translocation (12;22) (p13;q11) in myeloproliferative disorders results in fusion of the ETS-like TEL gene on 12p13 to the MN1 gene on 22q11. Oncogene 1995; 10:1511–1519. [Abstract] [zurück]

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